ZUR PERSON

Name:

Tim Löhndorf

Geburtsdatum:

28 Jahre / 19.08.1988

Aufgabenfeld bei qbe:

Illustrator, Animator, Motion Design

Ausbildungsweg und berufliche Stationen:

Studium an der Hamburger Technischen Kunstschule zum Kommunikationsdesigner

Tätigkeiten als Grafik Designer, HTML Programmierer, Motion Designer und digitaler Video Cutter

Auszeichnungen:

Studium an der HTK mit 1er Note plus Auszeichnung bestanden

Welche Ziele, Erwartungen und Ambitionen hattest du zu Beginn deiner beruflichen Laufbahn?

Mein Ziel war es von Anfang an, mich mit meinem Hobby, das ich gerne auch mal scherzhaft Kram nenne, auch beruflich zu beschäftigen. Weil ich daran einfach unheimlich Spaß hatte und vor allem auch wahnsinnig gerne mal was Neues ausprobiere.

 

Ich hatte allerdings nie so hochtrabende Ziele, wie einen Kinofilm oder etwas Ähnliches zu machen. Ich wollte einfach mit meinem Talent auch beruflich spielen und schauen, wie weit ich damit komme. Eines meiner Ziele war zum Beispiel so viel zu lernen und mir anzueignen, um auch mal ein eigenes Videospiel entwickeln zu können.

 

Gezeichnet habe ich von Klein auf, da wurde mir auch nie der Stift weggenommen. Als dann die Diddlmäuse aufkamen, habe ich diese nachgezeichnet. Und als dann im Gymnasium im Unterricht die Aufgabe darin bestand, zu einer Geschichte ein eigenes Comic zu zeichnen, war ich Feuer und Flamme. Da fing es bei mir an, dass ich auch außerhalb der Schule weiterhin Comics gezeichnet habe.

 

Nach der Schule habe ich einen kleinen Schlenker im beruflichen Sinne gemacht. Ich habe eine Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten absolviert, weil mir dieser Beruf irgendwie am kreativsten erschien. Im wirtschaftlichen Bereich wäre ich auch fehlbesetzt gewesen. Da wären sicher immer bei irgendwelchen Kalkulationen oder Berichten kleine Comicmännchen aufgetaucht.

 

Bei einem Comic Kurs vom Arbeiter Samariter Bund habe ich dann jemanden kennengelernt, der mich auf die HTK aufmerksam machte. Er meinte, ich solle mein Talent nicht in meinem jetzigen Job vergeuden sondern auf die HTK gehen, um daraus etwas zu machen.

Gibt es ein berufliches Erlebnis, das dir heute noch peinlich ist?

Naja, eines gibt es tatsächlich. Ich schaffe es gerne mal, Rechtschreibfehler in Überschriften zu „verstecken“. Zur Vorsicht lasse ich bei meinen Arbeiten vor dem Druck bzw. der Abgabe dann immer noch mal Kollegen gegenlesen. Ab und an passiert es dann schon mal, dass ganz knapp vor dem Druck dann doch noch jemandem ein Schreibfehler auffällt. Das ist mir dann oft peinlich.

 

Was ich aber persönlich ganz peinlich fand, das war ein Fehler bei einem Flyer, bei dem ich das Logo invertiert gemacht habe. Ich habe einfach übersehen, dass man bei Illustrator einen Haken setzen muss, damit er nicht auf Überdruck geht. Und dann hatte ich beim fertig gedruckten Flyer nicht die weiße Schrift auf grünem Grund sondern lediglich einen grünen Kasten ohne Logo, weil Weiß eben nicht als Überdruck funktioniert. Ärger gab es zum Glück nicht, weil es nur 60 oder 70 Euro waren, die da in den Sand gesetzt wurden.

Hast du berufliche Träume?

Ein konkretes wirkliches Ziel oder Traum habe ich eigentlich nicht. Ich liebe was ich mache, darin gehe ich total auf. Und zwar, weil dieser Beruf ja auch zugleich mein Hobby ist. Ich möchte eigentlich nur mit meinem „ Kram“ so erfolgreich sein, dass ich auch in finanzieller Hinsicht angenehm davon Leben kann. Ich finde es toll, wenn ich mich in vielerlei Hinsicht kreativ austoben kann. Und wenn ich so viel Geld verdiene, dass ich neben meinem Beruf noch ein wenig anderen „Quatsch“ machen kann, um mich kreativ auszutoben, dann bin ich durch und durch glücklich.

 

In einem größeren Unternehmen zu arbeiten, in dem ich nur einseitig arbeite und zum Beispiel nur Bilder freistellen sollte oder Fotos raussuchen muss, da hätte ich so gar keinen Bock drauf. Deswegen arbeite ich auch so gerne im qbe medienhaus. Der Vorteil ist nämlich, dass die Aufgaben und Herausforderungen so breit gefächert sind. Jeder Kunde braucht etwas ganz individuelles. Die Branchen, die wir bedienen sind extrem umfangreich. Ich kann mich in einem extrem breiten Themenfeld betätigen und alle meine Skills einsetzen.

 

Andererseits habe ich auch kein Problem damit, wenn ich zum Beispiel an einem Videoschnitt mit Musik sitze, mir das Musikstück 2.000 Mal anzuhören. Mich haben viele Leute gefragt, ob mich so etwas nicht nerven würde oder mir die Musik nicht irgendwann aus den Ohren raus hängt. Nö, keineswegs – das ist ja mein Job und gehört eben dazu.

Was bewegt und motiviert dich in deinem Beruf?

Im Gegensatz zum Studium, bei dem man Themen ja eigentlich nur theoretisch umgesetzt hat, liebe ich es jetzt, praktisch für einen Kunden tatsächliche Projekte umsetzen zu können. Diese Aufgaben perfekt abzuliefern sind Anforderungen, die ich liebend gerne mache. Den Kunden zu beeindrucken und mit meiner Arbeit zu begeistern Das ist jeden Tag Motivation genug für mich.

 

Was mich auch motiviert, dass ich Lösungen für Probleme des Kunden finden kann. Ich kann diese dann mit meinen Mitteln auch eindrucksvoll umsetzen. Komplizierte Abläufe zum Beispiel kann ich mit einem Erklär-Video, das ich baue, anschaulich vereinfachen, so dass jeder es versteht. Ich breche dann ein komplexes Thema so weit herunter, dass ich mit einer Infografik oder besser noch mit einem sympathischen Charakter, den ich zeichne, einfach verständlich mache.

 

Mittlerweile bin ich so erfahren, dass ich draußen auf dem Markt echt gut gemachte Sachen sehe, aber da selber von der Qualität her auch echt gut im oberen Feld mitmischen kann. Das freut mich einfach.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dich gerne mal zum Essengehen treffen und worüber würdet ihr sprechen?

Ich hätte Lust, mich auch mal mit anderen Illustratoren, die auch schon Bücher geschrieben haben, auszutauschen, um von ihren Erfahrungen zu profitieren.

 

Ralf Ruthe zu treffen, würde mich zum Beispiel sehr reizen. Weil er einfach wahnsinnig fleißig und richtig gut ist. Er haut ja in der Woche so zwei bis drei Cartoons raus, die alle auf einem sehr hohen Niveau sind. Vor ihm ziehe ich echt den Hut. Mich würde vor allem interessieren, wie er das zeitlich so hinbekommt. Und auch wie er zu seinen Vertriebswegen und Connections gekommen ist und wie er diesen hohen Bekanntheitsgrad erlangt hat.

Gibt es einen prägenden Moment oder ein Erlebnis in deinem bisherigen Berufsleben?

Einer der prägendsten Momente war, als wir während meiner Ausbildung im Abschlusssemester das Wacom Cintiq ausprobiert haben. Anfangs haben wir immer gesagt: „Nein das fassen wir gar nicht erst an, sonst sind wir so begeistert, dass wir uns das Ding kaufen müssen“. Und dann hat es sich leider ergeben, dass meine Projektpartnerin etwas vorzeichnen musste und das Zeichenbrett dafür genutzt hat. Und was war? Wir waren hin und weg davon. Also sind wir schnell zu unseren Eltern und haben ihnen 1.500 Euro extra aus dem Kreuz dafür geleiert.

 

Das Wacom Cintiq ist das beste Stück Hardware, was ich mir je gekauft habe. Das ist ein digitales Grafiktablett, auf dem man direkt zeichnen kann. Es bringt so viel mehr Spaß darauf zu zeichnen, als auf dem Papier. Ich habe früher mit Pinseln gemalt und mir dabei eigentlich nur die Finger dreckig gemacht. Die Pinsel haben nie das gemacht, was ich wollte. Mit Stiften kam ich zwar immer ganz gut zurecht, aber mit dem Stift direkt digital zu zeichnen und zu produzieren, ist echt das Nonplusultra!

Andere sagen über dich, du bist:

Man sagt, ich bin mitunter mal ein bisschen verrückt, dass ich gut zeichnen kann, dass ich manchmal auch etwas nervig bin und dass schief singe. Ja, ich singe gerne, laut und schief.

 

Aber anders herum bin ich auch der, der Leute in Projekten richtig mitziehen kann. Ich hab zum Beispiel während meiner Zivildienstzeit ein kleines Filmprojekt durchgeführt. Da sollten alle aus der Kirchengemeinde mitspielen. Es wurde dann ein Gangsterfilm, wo ich sogar die Damen aus dem Seniorenclub zum Mitspielen bewegen konnte. Und zwar als Hells Omis, wo sie dann in Lederklamotten einen auf ganz hart zu machen. Eigentlich war der Film ganz anders geplant. Und zwar mit Jugendlichen. Aber als die Senioren dann dabei waren, wurde das Video ne echt coole Nummer und viel besser als ursprünglich angedacht.