ZUR PERSON

Name:

Anil Kahraman

Alter:

26 Jahre

Aufgabenfeld bei qbe:

Web Designer & Social Media Manager

Ausbildungsweg und berufliche Stationen:

Abitur + Fachabitur

Ausbildung zum Screen Designer

Agenturerfahrung im Webdevelopment und Social Media

Freelancer im Bereich Webdesign & Social Media

Welche Ziele, Erwartungen und Ambitionen hattest du zu Beginn deiner beruflichen Laufbahn?

Eigentlich gar keine besonderen Ziele. Ich habe damals angefangen, zu studieren und wollte Lehrer werden für die Sekundarstufe in den Fächern Mathematik und Physik. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass mir das zu langweilig ist und ich auch irgendwie doch keine Lust auf Kinder hatte (lacht).

Nach einem Jahr habe ich das Studium dann abgebrochen und ein nächstes Studium für Mode und Textilmanagement angefangen. Das habe ich dann auch ein Jahr gemacht und dann abgebrochen, weil ich keine Lust mehr darauf hatte (lacht wieder).

Naja, ich wollte einfach etwas Kreatives machen, aber zugleich auch etwas mit Kunden zu tun haben. Das zu kombinieren war schwer, weil ich nicht wusste wie. Entweder du bist Webdesigner und sitzt nur vor dem Rechner oder arbeitest draußen in den Läden und hast Kundenkontakt. Irgendwann habe ich dann etwas von dem Beruf Social Media Manager gehört und fand das ziemlich interessant. Als ich dann gelesen habe, was für Aufgaben man hier hat, war für mich klar: Das ist genau mein Beruf! Hier hat man Kundenkontakt. Du bist vernetzt, kannst dir eine Community aufbauen, kannst dich aber auch kreativ ausleben, mit Photoshop arbeiten, YouTube Filme machen und Webseiten bauen.

Gibt es ein berufliches Erlebnis, das dir heute noch peinlich ist?

Oh ja, das war aber in einem früheren Job, der mit meinem heutigen Beruf nichts zu tun hat. Ich habe bei einem großen Busunternehmen gearbeitet. Ich mag das eigentlich gar nicht erzählen (lacht wieder). Das war echt super peinlich!

Wir sollten Kunden in den Bus einchecken. Dabei musste ich englisch sprechen, weil es sich bei den Fahrgästen um ausländische Touristen handelte. Jedes Mal, wenn ich auf englisch „Tourist“ sagen wollte, rutschte mir versehentlich stattdessen das Wort „Terrorist“ raus, ohne dass ich es merkte. Und weil ich super Glück hatte, kam dann auch noch ein Polizist vorbei, der natürlich sofort auf das Wort „Terrorist“ ansprang!

Der Polizist kommt auf mich zu, nimmt mich beiseite und fragt mich leise: „Wo ist der Terrorist?“ Ich wurde knallrot und habe erst dann realisiert, dass ich die ganze Zeit „Terrorist“ gesagt habe. Mir ist auch nicht aufgefallen, dass alle Fahrgäste drum herum die ganze Zeit über mich gelacht haben, weil ich immer und immer wieder diese beiden Worte verwechselt habe.

Das war eine völlig abstruse Situation für mich. Ich trommelte die ganze Touristen zusammen und nannte sie immer Terroristen. Der Polizist war schon dabei sein Funkgerät raus zu holen, um ne Meldung zu machen. Aber ich konnte ihn gerade noch aufhalten, indem ich ihm meinem Fehler erklärte. Diese Situation war wohl das peinlichste, was mir je passiert ist und ich habe mich wahnsinnig dafür geschämt.

Hast du berufliche Träume?

Mein beruflicher Traum ist es, irgendwann wirklich nur noch mit Social Media zu tun zu haben. Ich sehe darin einfach auch für Unternehmen die Zukunft darin, dass Social Media immer größere Bedeutung erlangt und damit zu einem festen Bestandteil wird. Ich glaube daran, dass Social Media irgendwann auf Platz eins in der Unternehmenskommunikation steht und erst danach die Webseite kommt. Und wenn ich irgendwann diesen Bereich hauptberuflich bedienen darf, dann ist das für mich das Nonplusultra. Das ist genau das, was ich will.

Was bewegt und motiviert dich in deinem Beruf?

Was mich motiviert ist, dass ich in meinem Job ständig etwas Neues lernen kann. Gerade in Medienberufen ist es ja so, dass sich ständig etwas bewegt und verändert. Man muss ständig Up to date sein, weil sich so viel in schneller Zeit tut.

Gerade im Bereich Social Media ist es oft so, dass was heute noch aktuell ist, ist nächste Woche schon wieder ganz anders. Klassisches Beispiel sind hier Facebook Gewinnspiele – die Regeln und Gesetze ändern sich dermaßen fix, dass man sich ständig selbst schulen und fortbilden muss, um nicht hinterher zu hängen. Denn das kann unheimlich teuer werden.

Deswegen bin ich ständig im Netz unterwegs. Ich schaue mir YouTube Tutorials an, habe bestimmte Seiten, die kostenlose Schulungen anbieten, gehe auf Messen. Gerade auf Messen wird man perfekt unterrichtet in diesem Bereich. Auch Facebook und Google gibt unheimlich gute Leitfäden raus, mit denen man sich selbst auf den neusten Stand bringen kann.

Das Nächste, was mich motiviert ist, dass ich mich kreativ ausleben darf. Immer etwas neues und anderes zu machen, ist unheimlich spannend und herausfordernd. Einmal arbeite ich für einen Kunden, der Zahnarzt ist, morgen habe ich eine Bäckerei, für die ich kreativ tätig bin. Für vielseitige Berufe und Branchen arbeiten zu können ist der Grund, warum ich meinen Job so sehr liebe.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dich gerne mal zum Essengehen treffen und worüber würdet ihr sprechen?

Da gibt’s es ne ganz klare Antwort drauf. Das sind zwei Personen: nämlich Erdogan und Attatürk. Beide würde ich gerne mal kennenlernen, um ihre Gedanken verstehen zu können. Gerade bei Erdogan fällt mir das Verstehen für sein Handeln total schwer. Und wenn ich etwas nicht verstehe, dann nervt mich das total.

Bei Attatürk interessiert mich total, warum er die Ambition hatte, in der Türkei so früh eine Demokratie aufzubauen, wo alle anderen arabischen Länder diese Form noch komplett ablehnten. Wie er das damals durchbekommen hat und wie er dies in der heutigen Zeit umsetzen würde, darauf wäre ich total neugierig.

Wenn die Frage eher in Richtung Fan gemeint ist, dann würde ich gerne mal Marina and the Diamonds treffen. Ich bin ein riesen Fan von ihr. Sie würde ich unheimlich gerne mal fragen, wie sie auf ihre kreativen Texte kommt. Sie macht meiner Meinung nach einfach unheimlich schöne Texte, die auch politisch sind und Themen wie Frauenrechte oder Menschenrechte behandeln.

Die Islamkritikerin Sabatina James wäre auch noch eine Frau, die ich wahnsinnig gerne mal kennenlernen würde. Ich finde es wahnsinnig beeindruckend, was für ein hartes Leben sie hatte und wie sie damit klar kommt.

Gibt es einen prägenden Moment oder ein Erlebnis in deinem bisherigen Berufsleben?

Einen prägenden Moment habe ich durch meine Eltern erlebt. Mein Vater war Alkoholiker und hat meine Mutter und ich mehrfach misshandelt. An dem Tag erlebt, an dem meine Mutter sich das erste Mal gewehrt und sich danach von ihm getrennt hat, was ein sehr prägender Moment in meinem Leben. Ich war so stolz auf sie. Sie hatte keinen Schulabschluss, keine Ausbildung und konnte auch noch nicht einmal die deutsche Sprache sprechen und hat es dann trotzdem geschafft, sich von meinem brutalen Vater zu trennen. Seitdem sind meine Mutter und ich noch enger miteinander verbunden. Und dieses Erlebnis hat mir gezeigt: Nichts sollte einem Angst machen, man kann alles schaffen, wenn man es nur will!

Andere sagen über dich, du bist:

Meine Freunde sagen: Ich bin offen, treu, verständnisvoll aber auch verletzlich.